Live-P(r)odcast Lebensgeschichte Ofenstübligespräch im Kulturhof Hinter Musegg mit Petra Gemperle
Zum zweiten Mal trafen wir uns am Stubentisch im Ofenstübli des Kulturhof Hinter Musegg. In
dieser warmen, vertrauten Atmosphäre entstand ein Gespräch über das Leben. Diesmal jenes
von Petra Gemperle. Die gelernte Primarschullehrerin mit Leib und Seele wird dieses Jahr 60 Jahre alt. Ihr Leben lief
nicht nur gradlinig, jedoch hatte sie die Fäden immer in der Hand. Bis zu einer Coviderkrankung
im Jahr 2022 mit schwerem Verlauf. Auf einmal war ihr Leben ein ganz anderes.
Im Gespräch mit Jahn Graf und Nadja Stadelmann nahm sie das Publikum mit auf eine
bewegende Reise durch ihre Vergangenheit: zu langen Bergtouren, kreativen
Schneckenrennen im Schulzimmer und in die intensive Zeit als alleinerziehende Mutter von drei
kleinen Kindern. Das Geld war oft knapp, doch Petras Fantasie, ihr Mut und ihre Energie
schienen grenzenlos. Im Live-Podcast sprach Petra offen und ehrlich darüber, wie ihr Körper seit der Diagnose
„Myalgische Enzephalomyelitis (ME)“ zunehmend abbaut. Sie erzählte davon, was von ihrem
einst umtriebigen Leben geblieben ist – und wie kostbar plötzlich die kleinsten Dinge geworden
sind. Gleichzeitig sprach sie auch über die Einsamkeit vieler Langzeiterkrankter in der Schweiz,
über bürokratische Hürden und darüber, wie sie ihre frühere Blauäugigkeit aufgeben musste,
um Unterstützung und eine IV-Rente zu erhalten.
Und trotzdem: Ihr Humor ist geblieben. Ebenso ihre Liebe zum Singen. Wie schön, dass ihre
Stimme noch trägt – und ihr Lungenvolumen dafür ausreicht.
Jeder Weg nach draussen kostet Petra Kraft und fordert ihren Körper heraus. Dass sie dennoch
nach Luzern gekommen ist, um ihre Geschichte zu teilen und all jenen eine Stimme zu geben,
die selbst nicht gehört werden können, hat die Anwesenden tief berührt.
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